Förderung für die Digitalisierung im Holzbau 2026: Was noch läuft – und was ausgelaufen ist
Digitalbonus, BAFA-Beratung, KfW, Mittelstand-Digital: welche Förderung für Holzbau-Software im Oktober 2026 noch offen ist, was ausgelaufen ist und wie Zimmereien richtig vorgehen.

Inhalt
- Kurz gesagt
- Die Übersicht: Stand 3. Oktober 2026
- Was ausgelaufen ist – und warum das wichtig ist
- Bundesweit: Was 2026 noch geht
- BAFA: Zuschuss zur Beratung – nur noch bis Jahresende sicher
- KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung (511)
- Mittelstand-Digital: kostenfrei, aber kein Geld
- Länderprogramme: Beispiele
- Bayern: Digitalbonus
- Baden-Württemberg: Digitalisierungsprämie Plus
- Nordrhein-Westfalen: MID
- Niedersachsen
- Typische Stolperfallen
- Checkliste: Förderantrag für Holzbau-Software
- Was das mit Software zu tun hat
- Quellen
Wer im Holzbau eine neue Software einführen will, fragt früher oder später nach Fördergeld. Die Antwort ist 2026 unübersichtlicher als noch vor drei Jahren: Bekannte Bundesprogramme sind ausgelaufen, andere laufen zum Jahresende aus, einige Länderprogramme gibt es weiter. Dieser Beitrag sortiert, was Stand 3. Oktober 2026 für Zimmereien, Holzrahmen- und Elementbaubetriebe tatsächlich offen ist. Er ersetzt keine Förderberatung: Bedingungen ändern sich, Kontingente sind schnell erschöpft, und am Ende entscheidet immer die Bewilligungsstelle.
Kurz gesagt
- Ausgelaufen: „Digital Jetzt“ (Ende 2023) und „go-digital“ (Ende 2024) nehmen keine Anträge mehr an.
- Läuft noch bis Jahresende: Die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen gilt nach der aktuellen Richtlinie für Anträge bis 31. Dezember 2026.
- Läuft: Der Digitalbonus Bayern bis Ende 2027, mit monatlichen Kontingenten. Der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW (Kredit 511) ist ein Darlehen über die Hausbank, kein reiner Zuschuss.
- Wichtigste Regel fast überall: erst beantragen, dann bestellen.
Die Übersicht: Stand 3. Oktober 2026
| Programm | Art | Status laut Quelle |
|---|---|---|
| Digital Jetzt (Bund) | Zuschuss | ausgelaufen zum 31.12.2023 |
| go-digital (Bund) | Zuschuss zur Beratung | seit 1.1.2025 nicht fortgeführt |
| BAFA: Unternehmensberatungen für KMU | Zuschuss zur Beratung | Richtlinie gilt für Anträge bis 31.12.2026 |
| KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung (511) | Kredit, teils mit Zuschuss | Merkblatt Stand 23.04.2026 |
| Mittelstand-Digital Zentren | kostenfreie Angebote | Zentrum Handwerk zum 30.06.2026 ausgelaufen; Netz läuft weiter |
| Digitalbonus Bayern | Zuschuss | Laufzeit bis 31.12.2027, monatliche Kontingente |
| Digitalisierungsprämie Plus (Baden-Württ.) | Darlehen mit Tilgungszuschuss | Zuschussvariante nur bis 30.6.2025; Darlehensvariante genannt |
| MID-Digitale Prozesse (NRW) | Zuschuss zur Beratung | Förderaufruf 2026 geschlossen |
| Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ | Zuschuss | Richtlinie zum 31.12.2025 außer Kraft |
Die Tabelle ist kein vollständiges Verzeichnis aller Länderprogramme. Sie zeigt die Programme, die in Gesprächen mit Holzbaubetrieben am häufigsten genannt werden, und deren Stand, wie wir ihn auf den Seiten der Förderstellen am 3. Oktober 2026 vorgefunden haben.
Was ausgelaufen ist – und warum das wichtig ist
Viele Ratgeber im Netz nennen noch „Digital Jetzt“ und „go-digital“. Beide helfen heute nicht mehr.
Digital Jetzt war ein Investitionszuschuss des Bundes für Hard- und Software. Die Förderrichtlinie ist laut IHK Bonn/Rhein-Sieg zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen; Anträge sind nicht mehr möglich.
go-digital förderte Beratung und Umsetzung durch autorisierte Beratungsunternehmen. Das Programm wird nach einem Bericht des Handwerksblatts ab 1. Januar 2025 nicht fortgeführt; das Ministerium nannte die angespannte Haushaltslage als Grund.
Praktische Folge: Wenn ein Anbieter oder Berater heute noch mit einem dieser Programme wirbt, fragen Sie nach. Meist ist es ein veralteter Text, manchmal ein Verkaufsargument, das nicht trägt.
Bundesweit: Was 2026 noch geht
BAFA: Zuschuss zur Beratung – nur noch bis Jahresende sicher
Die „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ bezuschusst das Honorar externer Berater. Gefördert wird Beratung, nicht die Software selbst. Für einen Holzbaubetrieb kann das passen, wenn zuerst Abläufe geklärt werden sollen: Wie laufen Aufmaß, Arbeitsvorbereitung, Materialbestellung und Abrechnung heute, und wo hakt es?
Nach der Förderrichtlinie in der Fassung vom 12. Dezember 2024 gilt:
- Förderfähig sind höchstens 3.500 Euro Beratungskosten je Beratung.
- Der Zuschuss beträgt in den alten Bundesländern (mit Berlin und Region Leipzig, ohne die Regionen Lüneburg und Trier) 50 Prozent, höchstens 1.750 Euro, in den neuen Bundesländern (mit den Regionen Lüneburg und Trier, ohne Berlin und Region Leipzig) 80 Prozent, höchstens 2.800 Euro.
- Je Antragsteller höchstens zwei Beratungen pro Jahr und fünf innerhalb der Richtliniendauer.
- Die Richtlinie gilt längstens für Anträge, die bis zum 31. Dezember 2026 gestellt werden.
Das BAFA weist auf seiner Programmseite zudem darauf hin, dass der Zuschuss seit dem 15. November 2025 bei Unternehmen, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, auf den gezahlten Bruttobetrag berechnet wird. Antragsweg: online über die Antragsplattform des BAFA; eine Leitstelle prüft vorab die Voraussetzungen. Ob und in welcher Form es ab 2027 eine Nachfolgeregelung gibt, konnten wir zum Stand dieses Beitrags nicht verlässlich klären. Wer die Förderung nutzen will, sollte nicht bis Dezember warten.
KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung (511)
Der Kredit 511 finanziert Investitionen und Betriebsmittel für Digitalisierungsvorhaben – ausdrücklich auch den „Erwerb und die Implementierung von Hard- und Software und damit verbundene interne und externe Personalkosten inkl. Beraterkosten“. Das Merkblatt (Stand 23. April 2026) unterscheidet drei Stufen:
- Stufe 1 „Basisdigitalisierung“: nur für kleine und mittlere Unternehmen, die vorher den KfW-Digitalisierungs-Check durchgeführt haben. Gemeint sind Grundlagen wie Hardware, Standardsoftware, Netzwerke oder der Umzug in die Cloud.
- Stufe 2 „LevelUp-Digitalisierung“: unter anderem die Vernetzung digitaler Systeme. Als Beispiele nennt das Merkblatt ausdrücklich ERP- und CRM-Systeme.
- Stufe 3 „HighEnd-Digitalisierung“: große Vorhaben oder Zukunftstechnologien wie Big Data und KI.
Wichtig für die Planung: Es ist ein Kredit, den Sie über einen Finanzierungspartner (in der Regel die Hausbank) vor Beginn des Vorhabens beantragen. In den Stufen 2 und 3 kann zusätzlich ein ERP-Förderzuschuss beantragt werden, dessen Höhe sich am ausgezahlten Kreditbetrag orientiert; in Stufe 1 gibt es keinen Zuschuss. Ob sich ein Kredit für eine Softwareeinführung lohnt, hängt an Zinsen, Sicherheiten und Ihrer Liquidität – eine Frage für Hausbank und Steuerberatung.
Mittelstand-Digital: kostenfrei, aber kein Geld
Die Mittelstand-Digital Zentren, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, können kleine und mittlere Unternehmen kostenfrei nutzen – Geld fließt dabei nicht, es gibt Wissen und Ansprechpartner. Für das Handwerk gibt es eine Änderung: Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk ist zum 30. Juni 2026 ausgelaufen, wie es auf seiner Website mitteilt. Die Inhalte auf handwerkdigital.de bleiben abrufbar. Regionale Zentren arbeiten weiter; das Zentrum Spreeland etwa wurde laut IHK Cottbus bis 31. Dezember 2026 verlängert. Das Ministerium beabsichtigt nach derselben Quelle, über 2026 hinaus ein neues bundesweites Netzwerk aufzubauen. Wie es aussieht, stand zum Redaktionsschluss nicht fest.
Für eine Zimmerei ist ein solches Zentrum ein guter erster Gesprächspartner, gerade weil es nichts verkauft.
Länderprogramme: Beispiele
Bayern: Digitalbonus
Der Digitalbonus Bayern ist für kleine Holzbaubetriebe derzeit das greifbarste Zuschussprogramm. Nach den Angaben auf digitalbonus.bayern:
- Laufzeit 1. Juli 2024 bis 31. Dezember 2027.
- Digitalbonus Standard: bis zu 7.500 Euro, Digitalbonus Plus: bis zu 30.000 Euro, jeweils bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
- Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Bayern: weniger als 50 Beschäftigte und höchstens 10 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme.
- Förderfähig sind unter anderem IKT-Software; ERP- und CRM-Systeme werden als Beispiele genannt.
- Für den Antrag braucht man seit Mai 2025 ein ELSTER-Unternehmenskonto.
Zwei Punkte entscheiden in der Praxis: Erstens wird laut BayernPortal pro Monat ein festes Kontingent an Anträgen angenommen; ist es erreicht, geht es am ersten Werktag des Folgemonats um 10 Uhr weiter. Zweitens sind Maßnahmen, die bereits begonnen haben, ausgeschlossen. Als Beginn gilt schon eine rechtsverbindliche Bestellung oder ein erteilter Auftrag. Nach der Antragsbestätigung per E-Mail darf auf eigenes Risiko begonnen werden.
Baden-Württemberg: Digitalisierungsprämie Plus
Das Wirtschaftsministerium führt die Digitalisierungsprämie Plus als Programm mit Tilgungszuschuss für Vorhaben mit einem Kostenvolumen zwischen 25.000 und 250.000 Euro; der Antrag läuft über die Hausbank bei der L-Bank. Die frühere Zuschussvariante ist dort mit „bis 30.6.2025“ gekennzeichnet. Für kleine Softwareeinführungen ist die Untergrenze von 25.000 Euro oft zu hoch.
Nordrhein-Westfalen: MID
Bei „Mittelstand Innovativ & Digital“ ist der Förderschwerpunkt „Digitale Prozesse“ zum 1. Januar 2026 aus der Variante MID-Digitalisierung herausgenommen worden; diese richtet sich nun an Unternehmen, die digitale Produkte entwickeln. Das eigene Teilprogramm MID-Digitale Prozesse (Beratung, höchstens 15.000 Euro) meldet für den Förderaufruf 2026: Die maximale Zahl an Anträgen ist erreicht, das Portal geschlossen.
Niedersachsen
Die Richtlinie Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ ist laut NBank mit Ablauf des 31. Dezember 2025 außer Kraft getreten.
Für alle anderen Länder gilt: Fragen Sie bei der Förderbank Ihres Landes, der Handwerkskammer oder einem Mittelstand-Digital Zentrum nach dem aktuellen Stand.
Typische Stolperfallen
- Vorzeitiger Beginn. Das Angebot ist unterschrieben, dann kommt die Idee mit dem Förderantrag. Bei Digitalbonus und KfW ist das in der Regel zu spät. Unterschreiben Sie erst nach dem Antrag – und lesen Sie in der jeweiligen Richtlinie, was als Beginn zählt.
- Beratung mit Umsetzung verwechseln. Die BAFA-Förderung bezahlt Beratung, nicht die Software-Lizenz.
- Kontingente unterschätzen. Monatskontingente und Losverfahren belohnen Betriebe, die ihre Unterlagen fertig haben, bevor das Fenster aufgeht.
- Doppelförderung. Viele Programme schließen eine Kombination mit anderen öffentlichen Zuschüssen für dieselbe Maßnahme aus. Vorher klären.
- Veraltete Ratgeber. Prüfen Sie jedes Programm auf der Seite der Förderstelle selbst, nicht in Blogbeiträgen – auch nicht in diesem.
Checkliste: Förderantrag für Holzbau-Software
- Ziel in zwei Sätzen. Beispiel: „Materialbestellung und Lagerbestand je Baustelle sollen in einem System liegen; Lieferscheine sollen nicht mehr abgetippt werden.“
- Ablauf aufschreiben. Vom Aufmaß über die Arbeitsvorbereitung und den Abbund bis zur Montage und Abrechnung: Wer macht was, mit welchem Werkzeug?
- Angebote einholen, aber nicht unterschreiben. Mit Lizenz-, Einführungs- und Schulungskosten getrennt.
- Programm wählen: Zuschuss im Land, Kredit über die Hausbank oder zuerst eine geförderte Beratung?
- Zugänge vorbereiten: ELSTER-Unternehmenskonto (Bayern), Kontakt zur Hausbank (KfW, L-Bank).
- Antrag stellen, Bestätigung abwarten, dann beauftragen.
- Belege sammeln: Rechnungen, Zahlungsnachweise, Projektbericht. Die Auszahlung gibt es meist erst danach.
- Termin für den Verwendungsnachweis in den Kalender eintragen.
Was das mit Software zu tun hat
Fördergeld macht eine schlechte Einführung nicht besser. Entscheidend ist, dass die Software zu Ihren Abläufen passt – von der Zimmerei mit drei Kolonnen bis zum Elementbau mit eigener Halle. Was eine ERP-Lösung für den Holzbau leisten sollte und wo die Grenzen liegen, beschreiben wir gesondert; einen breiteren Überblick gibt die Seite zur Digitalisierung im Holzbau. Welche Studien es zum Stand der Digitalisierung im Handwerk gibt, fasst unsere Publikation Digitalisierung im Holzbau und Handwerk: Studienlage zusammen.
ERP Holzbau führt Lager, Baustellen, Fuhrpark, Personal und Rechnungen in einem System; die Bereiche stehen auf der Modulseite. Ob und wie eine Einführung in ein Förderprogramm passt, entscheidet die jeweilige Förderstelle – nicht wir. Wenn Sie den Ablauf mit Ihren eigenen Daten sehen möchten: Demo anfragen.
Quellen
Alle Quellen wurden am 3. Oktober 2026 abgerufen und die Aussagen dort geprüft.
- Digitalbonus Bayern: Startseite (Laufzeit, Kontingent, ELSTER)
- Digitalbonus Bayern: Förderprogramm (Höhe, Antragsberechtigte, Vorhabenbeginn)
- BayernPortal: Digitalbonus Bayern, Beantragung einer Förderung (Monatskontingent, Ablauf)
- BAFA: Unternehmensberatung für KMU (Programmseite)
- BAFA: Förderrichtlinie Förderung von Unternehmensberatungen für KMU, Fassung vom 12.12.2024 (PDF)
- KfW: Merkblatt Kredit Nr. 511 ERP-Förderkredit Digitalisierung, Stand 23.04.2026 (PDF)
- Handwerksblatt: Letzte Chance für go-digital-Zuschüsse bis Ende 2024
- IHK Bonn/Rhein-Sieg: Digitalisierung und Digitalförderung (Digital Jetzt, go-digital)
- Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk: handwerkdigital.de
- IHK Cottbus: Mittelstand-Digital Zentrum Spreeland geht in die Verlängerung (2. März 2026)
- Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg: Digitalisierungsprämie
- NRW.BANK: Mittelstand Innovativ & Digital (MID) – Digitalisierung
- NRW.BANK: Mittelstand Innovativ & Digital (MID) – Digitale Prozesse
- NBank: Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ (ausgelaufen)



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